Die Solidarität mit der Ukraine ist auch in Esslingen spürbar: Seit 2023 gibt es eine Solidaritätspartnerschaft mit der ukrainischen Stadt Kamianets-Podilskyi – erst kürzlich waren die stellvertretenden Bürgermeister bei der Schwörzeremonie zu Gast.
Vergangene Woche war ich mit meinem Bundestagskollegen Andreas Schwarz (SPD) bereits zum dritten Mal seit Kriegsbeginn in Kyjiw und Umgebung. Nur einen Tag nach unserer Abreise wurde die Stadt erneut massiv mit Raketen angegriffen – auch wir mussten Stunden in Schutzräumen verbringen. Dennoch lässt sich nur ansatzweise erahnen, welche Belastung der Raketenterror für die Menschen in der Ukraine bedeutet, die damit permanent konfrontiert sind.
Beeindruckt hat mich die Entschlossenheit, mit der die Menschen ihren Alltag meistern: Trotz Luftalarm und Angriffen auf die Energieinfrastruktur. Im vergangenen Winter waren Millionen zeitweise ohne Heizung, Strom oder Wasser. Der kommende Winter könnte angesichts schwindender Mittel zur Flugabwehr noch härter werden. Bei unseren Gesprächen mit dem UN-Menschenrechtsbüro oder den Kolleginnen und Kollegen des ukrainischen Parlaments, Rada, wurde die Dramatik der Lage: Seit Kriegsbeginn wurden über 50.000 Zivilistinnen und Zivilisten getötet oder verletzt, darunter mehr als 3.000 Kinder. Dokumentiert sind zudem Folter, sexualisierte Gewalt und das Verschwindenlassen von Menschen in russischer Haft. Dazu kommen leider hunderttausende von Soldatinnen und Soldaten, die getötet oder schwer verletzt wurden. Die vielen Fahnen auf den Friedhöfen auch der kleinen Dörfer zu sehen, lässt erahnen, was die Menschen zu erleiden haben. Vor allem brauchen die Menschen in der Ukraine unsere Verlässlichkeit – beim Schutz vor Luftangriffen, beim Wiederaufbau der Energieanlagen und bei der Vorbereitung auf den härtesten Kriegswinter. Unsere Unterstützung für die Ukraine darf jetzt nicht nachlassen. Die Solidarität, die auch in Esslingen gelebt wird, zeigt: Die Menschen sind im Kampf für Freiheit, Demokratie und Frieden nicht allein.