In der vergangenen Woche hat der Bundestag endlich die Reform der Notfallversorgung beschlossen. Diese war bereits in der vergangenen Wahlperiode intensiv vorbereitet worden und greift wesentliche Vorschläge auf, die wir Grüne erarbeitet haben. Da die Zeit wirklich drängt bei der Verbesserung der Abläufe bei der so existenziellen Notfallversorgung haben wir das Thema auch als Oppositionsfraktion bereits zu Beginn der Legislaturperiode erneut auf die Tagesordnung gesetzt.
Auch für die Menschen bei uns in Esslingen bietet die Reform die Chance auf eine bessere und gezieltere Versorgung im Notfall. Nicht jeder medizinische Notfall erfordert einen Transport ins Krankenhaus. Häufig kann eine Behandlung auch direkt vor Ort, etwa zu Hause oder im Pflegeheim, oder telemedizinisch erfolgen. Das verkürzt Wege, entlastet Rettungskräfte und Notaufnahmen für echte Notfälle und hilft so auch, unnötige Kosten zu vermeiden.
Entscheidend ist jetzt, dass die Reform auch vor Ort ankommt. Dafür müssen das Land, die Kommunen, Krankenhäuser, Ärzteschaft und Rettungsdienste eng zusammenarbeiten und die notwendigen Strukturen zügig schaffen.
Einsparungen im Gesundheitswesen durch das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz aus diesem Sommer setzen gleichzeitig leider die ambulante Versorgung unter Druck. Wenn Arzttermine knapper werden, droht zusätzlicher Andrang in den Notaufnahmen. Deshalb müssen wir die ambulante Versorgung stärken und eine verlässliche Finanzierung der Notfallversorgung sicherstellen.
Ziel muss eine Notfallversorgung sein, die den Menschen in Esslingen im Ernstfall schnell die richtige Hilfe bietet und zugleich die Beschäftigten im Gesundheitswesen entlastet.