Die Kritik an Kulturstaatsminister Weimer wird zunehmend schärfer: Er wird den kulturpolitischen Herausforderungen unserer Zeit nicht gerecht.
Statt klare Impulse für eine offene, vielfältige Kulturlandschaft zu setzen, bleibt seine Politik mutlos und rückwärtsgewandt.
Besonders besorgniserregend ist der Umgang der Bundesregierung mit der freien Kulturszene – wie bei der Verleihung des Buchhandelspreises zu beobachten war. Die Frage, welche kulturellen Orte gefördert oder anerkannt werden, darf nicht politischer Willkür unterliegen. Denn hier berührt Kulturpolitik einen sensiblen Kern unserer Demokratie. Buchhandlungen sind weit mehr als Verkaufsorte – sie sind Räume der Meinungsvielfalt, gerade unbequeme Stimmen müssen hier ihren Platz haben.
Wie wichtig eine lebendige, freie Kulturlandschaft ist, zeigt sich auch vor Ort: Mit Einrichtungen wie der Villa Merkel verfügt Esslingen über eine Galerie für zeitgenössische Kunst mit großer Ausstrahlung. Der Besuch der Kulturstaatsministerin Claudia Roth in der letzten Legislatur unterstreicht diese Bedeutung.
Auch die WLB Esslingen zeigt, wie kulturelle Institutionen gesellschaftliche Themen aufgreifen und zur öffentlichen Debatte beitragen. Theater, Galerien und Buchhandlungen bilden gemeinsam das Fundament einer offenen Stadtgesellschaft.
Für mich ist klar: Kunst- und Kulturfreiheit sind nicht verhandelbar. Kulturpolitik muss Teilhabe sichern, Vielfalt stärken und Räume schützen – nicht einschränken. Am Ende geht es um mehr als einzelne Entscheidungen: Es geht um das Selbstverständnis einer offenen Gesellschaft – und um die Frage, welchen Stellenwert Kunst und Kultur in ihr haben.
Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien frohe Ostern!