Das Esslinger Kulturzentrum Dieselstraße ist ein lebendiger Treffpunkt für Musik, Theater, Diskussion und Begegnung. Mit ihrem vielfältigen Programm zieht die „Dieselstraße“ Menschen weit über Esslingen hinaus an.
Besonders gefällt mir das Parklücke-Festival: Aus einem schnöden Parkplatz wird ein offener Kultur- und Begegnungsort. Konzerte unter freiem Himmel und ein buntes Publikum bringen Menschen zusammen, die sich sonst vielleicht nicht begegnen würden.
Gleichzeitig stehen viele Kultureinrichtungen unter Druck: Steigende Kosten und knappe öffentliche Haushalte erschweren ihre Arbeit. Kultur braucht deshalb unsere Unterstützung. Sie schafft Begegnung, Austausch und unterschiedliche Perspektiven – gerade in einer polarisierten Gesellschaft.
Wie wichtig kulturelle Freiheit ist, zeigt die aktuelle Diskussion um das Bauhaus in Dessau. Die AfD bezeichnet es als „Irrweg der Moderne“ und fordert eine „patriotische Kulturpolitik“. Für mich ist das ein alarmierendes Signal. Kultur darf nicht in ein politisches Weltbild gepresst werden. Sie muss frei sein, Fragen stellen und Widerspruch ermöglichen. Das Bauhaus selbst musste in seiner Geschichte schon einmal auf politischen Druck hin weichen, zunächst von Weimar nach Dessau, dann wurde es unter den Nationalsozialisten schnell ganz geschlossen. Geschichte darf sich nicht wiederholen. Wir dürfen Kultur nicht zum Spielball eines Kulturkampfes von rechts werden lassen. Orte wie die Dieselstraße bringen Menschen zusammen: Am 19. September lädt sie zur Vernissage der Ausstellung „Demokratie ist schön, macht aber viel Arbeit“ ein.
Mein Dank gilt Maren Weber und ihrem Dieselstraßen-Team sowie allen Ehrenamtlichen und Kulturschaffenden. Kultur ist kein Luxus, sondern Teil einer lebendigen Demokratie – und gerade jetzt wichtiger denn je.