Bei einem Besuch im Plochinger Hafen habe ich mich mit Hafendirektor Gerhard Straub getroffen, der mich über die aktuelle Situation der Binnenschifffahrt und des Hafenstandorts informiert hat.
Als leistungsfähiger erster Binnenhafen des Neckars übernimmt der Hafen Plochingen eine zentrale Rolle für zahlreiche Unternehmen in der Region. Ein erheblicher Teil der Transportschiffe, die von Mannheim aus den Neckar aufwärtsfahren, steuert den Hafen an. Er leistet einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit, zur Entlastung der Straßen, zu einer klimafreundlichen Transportinfrastruktur und zur Wettbewerbsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandorts im Neckarraum.
Darüber hinaus kommt dem Hafen auch in möglichen Krisen- oder Verteidigungslagen eine besondere logistische Bedeutung zu. Als Teil der zivilen Verkehrsinfrastruktur trägt er zur Versorgungssicherheit und zur Resilienz bei.
Eine große Herausforderung bleibt der Zustand der Wasserstraßen und Schleusen. Veraltete Infrastruktur und fehlende Investitionen führen immer wieder zu Einschränkungen im Schiffsverkehr und zu Unsicherheiten für die Wirtschaft. Darauf haben auch Landrat Marcel Musolf und Plochingens Bürgermeister Frank Buß in einem Schreiben an mich hingewiesen. Sie betonen unter anderem, dass die Bundesregierung nach aktuellen Planungen den Etat für die Bundeswasserstraßen im Jahr 2026 kürzen wird.
Darüber hinaus wird sich die Unterfinanzierung der Bundeswasserstraßen bis 2029 auf über 2,7 Milliarden Euro belaufen. Hier wäre es Aufgabe der CDU-geführten Bundesregierung, das Sondervermögen endlich gezielt für die Sanierung von Wehren und Schleusen einzusetzen – denn ohne diese funktioniert die Binnenschifffahrt nicht.