Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau
Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz. Seit Anfang 1942 waren dort mindestens 1,1 Millionen Menschen ermordet worden, darunter etwa eine Million Juden sowie viele zehntausend Sinti, Roma und Polen. Der 27. Januar ist der Erinnerung an die Shoa gewidmet, den millionenfachen Mord an Jüdinnen und Juden und an Menschen, die allein aufgrund ihrer Herkunft oder ihrer sexuellen Orientierung verfolgt und umgebracht wurden. Manche kamen auch aus unserer Stadt und unserer Region, an vielen Stellen in Esslingen erinnern daran die „Stolpersteine“.
Im Bundestag hielt Tova Friedman hielt eine beeindruckende Rede zum Gedenktag. Sie ist eine der wenigen Überlebenden, die eine Gaskammer von innen gesehen hatte. Denn sie überlebte die Grauen des Nationalsozialismus als Fünfjährige nur aufgrund eines technischen Defekts der Gaskammer und weil sie sich während der Todesmärsche zwischen Leichen versteckte.
Erinnerung ist kein bloßer Rückblick. Sie gibt unserer Demokratie Richtung und Halt. Wer verdrängt, was war und wozu Deutsche fähig waren, verliert den Maßstab für das, was wir morgen sein möchten. Der zunehmende Antisemitismus in Deutschland und weltweit hat leider viele Quellen. Wir stellen uns diesem entschlossen entgegen - ob von rechts, von links, ob eingewandert oder religiös motiviert - in unserem Land müssen Jüdinnen und Juden überall in Freiheit und Sicherheit leben können. Oder wie Tova Friedman im Tagesspiegel sagt: „Wer Schreckliches um sich herum sieht: Steht auf! Sagt etwas! Tut etwas dagegen!“