Über 400 Bürgerinnen und Bürger kamen in die Berkheimer Osterfeldhalle zu einer Veranstaltung mit der Esslinger Landtagsabgeordneten Andrea Lindlohr und dem Kandidaten von Bündnis 90/Die Grünen für das Amt des Ministerpräsidenten Cem Özdemir.
Özdemir verbindet mit Esslingen eine besondere Geschichte: Der in Bad Urach geborene Schwabe kandidierte bei der Bundestagswahl 1990 für seine Partei im Wahlkreis Esslingen. Zuletzt war er mehrfach zu Gast in Esslingen, so im Herbst bei einem Gespräch mit Unternehmerinnen und Unternehmen im Weingut Kusterer.
Lindlohr und Özdemir betonten die besondere Rolle Baden-Württembergs als Innovations- und Industriestandort. In Zeiten tiefgreifender Transformation durch Klimawandel, Digitalisierung und geopolitische Veränderungen gelte es, Wettbewerbsfähigkeit, soziale Sicherheit und ökologische Verantwortung zusammenzudenken. Das Land verfüge über starke Unternehmen, engagierte Kommunen und eine aktive Zivilgesellschaft – dieses Potenzial müsse genutzt werden.
Ein Schwerpunkt war die Bildungspolitik. „Wir brauchen jedes Kind“, so Özdemir mit Blick auf Fachkräftemangel und Zukunftsfähigkeit. Gute Bildung von Anfang an sei entscheidend für Chancengerechtigkeit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und wirtschaftliche Stärke – und damit eine Investition in Wohlstand und Demokratie.
Özdemir warnte vor rückwärtsgewandter Politik. Die Herausforderungen der Gegenwart ließen sich nicht mit einfachen Antworten lösen, sondern erforderten Innovationsbereitschaft, Erfahrung, Offenheit und Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg. „Da halte ich es wie der Philosoph Gadamer: Ein Gespräch setzt voraus, dass der andere Recht haben könnte“, so Özdemir abschließend.